Zentraler Kontakt

Darmzentrum Reutlingen
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Behandlungsverfahren

Welche Therapiemöglichkeiten bietet das Darmzentrum Reutlingen?

Die möglichen, spezifisch gegen den Tumor gerichteten Behandlungsverfahren für Patienten mit Darmkrebs umfassen:

Operation

Chirurgie bei Mast- und Dickdarmkrebs

Die Chance auf Heilung wird wesentlich von der Qualität der Operation beeinflusst. Die Operation erfolgt ausschließlich durch erfahrene, speziell geschulte Operateure (Fachärzte für Viszeralchirurgie). Sie wird entsprechend den Leitlinien der Fachgesellschaften durchgeführt.

Gemäß den Prinzipien der Krebschirurgie erfolgt regelhaft die vollständige Tumorentfernung mit onkologisch-radikaler Lymphadenektomie. Bei Mastdarmtumoren wird eine totale mesorektale Exzision (TME) unter sorgfältiger Schonung der für die Blasen- und Sexualfunktion erforderlichen Nerven durchgeführt. Bei Karzinomen nahe des Schließmuskels wird ein neues Stuhlreservoir (Pouch) angelegt.

Bei geeigneten Patienten kommt die "Schlüssellochchirurgie" und die "Fast-track-Chirugie" zur Anwendung (siehe Minimal-invasive Chirurgie).

Künstlicher Darmausgang / anus praeter

Bei der Operation des Mastdarmkrebses ist aufgrund der neuen chirurgischen Techniken und der Verwendung moderner Klammernahtgeräte die Anlage eines dauerhaften künstlichen Ausganges nur mehr selten erforderlich.

Häufiger wird ein vorübergehender künstlicher Ausgang angelegt, der nach wenigen Wochen durch eine kleine Operation wieder zurückverlegt werden kann. Ein solcher "Schutz-Anus-präter" wird angelegt, damit eine Darmnaht nahe des Schließmuskels in Ruhe ausheilen kann und das Risiko einer Nahtundichtigkeit minimiert wird.

Bei der Versorgung des künstlichen Ausganges beraten und helfen qualifizierte Stomaberater (siehe Kooperationspartner). Dank dieser Unterstützung und der modernen Hilfsmittel wird ein Stomaträger nach einer Umgewöhnungsphase in der Lage sein, ein normales Leben ohne Einschränkungen zu führen.

Minimal-invasive Chirurgie

Vorteile gegenüber herkömmlicher Operation

Im Vergleich zur herkömmlichen Operation mit großem Bauchschnitt hat das minimal-invasive Verfahren wesentliche Vorteile:

  • günstiges kosmetisches Ergebnis bei kleineren Narben,
  • geringere Schmerzhaftigkeit nach der Operation,
  • schnellere Genesung und
  • rasche Wiederaufnahme der Berufstätigkeit.

Kombiniert mit den Prinzipien der Fast-track-Chirurgie (gezielte Schmerzbekämpfung, rascher Kostaufbau, frühe Mobilisation) kann der stationäre Aufenthalt kurz gehalten werden.

Wann wird es eingesetzt?

Bei gutartigen Darmerkrankungen (z. B. Divertikelkrankzeit, chronisch-entzündliche Darmkrankheit) ist das minimal-invasive Vorgehen an unserem Darmkrebszentrum Standard.

Seit in größeren Untersuchungen nachgewiesen werden konnte, dass bei Darmkrebs mit der minimal-invasiven Chirurgie ebenso gute Langzeitergebnisse erzielt werden können als mit dem herkömmlichen Verfahren, werden am Darmkrebszentrum Reutlingen bei geeigneten Patienten auch Krebsoperationen in „Schlüssellochtechnik“ durchgeführt.

Im Einzelfall entscheidet der Operateur gemeinsam mit dem Patienten über das zu wählende Verfahren.

Strahlentherapie

Beim Mastdarmkrebs ist es sinnvoll, ab einer bestimmten Größe vor der operativen Entfernung eine Bestrahlung durchzuführen. Durch eine solche "neoadjuvante" Strahlentherapie, die meist mit einer milden Chemotherapie kombiniert wird, wird der Tumor verkleinert und die Aggressivität der Tumorzellen abgeschwächt. Hierdurch wird das Risiko, dass nach der Tumoroperation es im weiteren Verlauf zu einem Nachwachsen des Tumors oder der Entstehung von Metastasen kommt, gemindert.
Ob einem Patienten eine Bestrahlung vor der Krebsoperation empfohlen wird, beschließen die in die Behandlung eingebundenen Experten gemeinsam in der wöchentlichen Interdisziplinären Tumorkonferenz.

Die Bestrahlung wird nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Patienten durch den Hauptbehandlungspartner des Darmkrebszentrums Reutlingen, der Klinik für Radioonkologie (Direktor: Prof. Dr. Bamberg) durchgeführt. Die Bestrahlung durch unseren renommierten Kooperationspartner am Universitätsklinikum Tübingen garantiert eine optimale Behandlung mit modernsten Geräten. Nach Abschluss der Strahlenbehandlung und einer kurzen Erholungsphase erfolgt dann die operative Entfernung des Tumors durch die Spezialisten der Chirurgischen Klinik in Reutlingen.

Chemotherapie

Ziel einer "adjuvanten" (= begleitenden) Chemotherapie ist es, eventuell im Körper eines Darmkrebspatienten vorhandene Tumorzellen zu bekämpfen, bevor diese zu manifesten Metastasen anwachsen. Ob einem Patienten eine solch "begleitende" Chemotherapie nach einer Krebsoperation empfohlen wird, beschließen die in die Behandlung eingebundenen Experten gemeinsam in der wöchentlichen Interdisziplinären Tumorkonferenz.

Die Chemotherapie wird durch die Hauptbehandlungspartner des Darmzentrums, der Onkologischen Schwerpunktpraxis Dr. Waidelich (ambulant) und der Medizinischen Klinik I (stationär) nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Patienten durchgeführt.

Bei fortgeschrittenem Tumorleiden kann durch eine palliative Chemotherapie die Lebensqualität verbessert und zum Teil eine deutliche Lebensverlängerung erzielt werden (siehe auch Metastasenbehandlung).

Metastasenbehandlung

Bei einigen Dick- und Mastdarmtumoren sind bereits zum Zeitpunkt ihrer Diagnose Tumorabsiedelungen in anderen Organen vorhanden, bei einigen Patienten bilden sich im Laufe der Nachbeobachtungszeit Metastasen. Das Darmkrebszentrum bietet unterschiedlichste Behandlungsformen im Falle einer Tumoraussaat an. In unserer interdisziplinären Tumorkonferenz beraten Experten aller Fachabteilungen, welche der verschiedenen Therapien unseren Patienten empfohlen wird.

Wenn immer möglich, werden die Metastasen chirurgisch entfernt. Bei Leber- und Lungenmetastasen wird durch eine vollständige operative Entfernung der Metastasen eine Heilung angestrebt. Manchmal kann es sinnvoll sein, vor der Operation die Metastasen durch eine Chemotherapie zu verkleinern.

Liegen Lebermetastasen in allen Leberabschnitten vor, so dass eine operative Entfernung nicht oder nur zu einem unverantwortbar hohen Risiko möglich wäre, bietet die Thermoablation eine hervorragende Alternative zur Operation. Bei der Thermoablation wird von unseren Gastroenterologen in örtlicher Betäubung eine dünne Nadel unter Ultraschall-Kontrolle in die Metastase eingeführt und diese dann durch große Hitze zerstört.

Große Fortschritte konnten in den letzten Jahren bei der Chemotherapie und der Therapie mit Antikörpern erzielt werden. In einem ausführlichen Gespräch klären die Onkologen unserer Klinik und unseres Kooperationspartners, der Onkologischen Schwerpunktpraxis Dr. Waidelich, gemeinsam mit dem Patienten und deren Angehörigen den am besten geeigneten Therapieansatz.


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