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Chefarzt Dr. Schwaibold, Prostatakarzinomzentrum Reutlingen

Dr. Hartwig Schwaibold
Chefarzt Urologische Klinik Reutlingen

Facharzt für Urologie
Zusatzbezeichnungen: Medikamentöse Tumortherapie und Andrologie

BÄK Südwürttemberg
KV Südwürttemberg

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Peniskarzinom

Allgemeines / Epidemiologie

Das Peniskarzinom ist ein sehr seltener Krebs. Die Inzidenz liegt bei 0,3 -1,5 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. Eine Auswertung des Krebsregisters Sachsen ergab 286 gemeldete Fälle in den Jahren 2000 bis 2008. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei ungefähr 60 Jahren mit Tendenz zum höheren Lebensalter.

Als Vorstufen des Peniskrebses gelten der M. Bowen, die Erythroplasie Queyrat und der Buschke-Löwenstein-Tumor. Letzterer sind große zerstörend wachsende Feigwarzen (Condylome) des Penis. M. Bowen und Erythroplasie entsprechen chronisch entzündlichen Veränderungen der Penishaut, die erstere schuppend, die zweitere auffallend durch eine nässende Hautrötung.

Das Peniskarzinom ist typischerweise ein Plattenepithelkarzinom, das zu über 50 % primär an der Eichel lokalisiert ist.

Risikofaktoren

Risikofaktoren sind das Alter, ungeschützter Verkehr mit wechselnden Partnern,  anogenitale HPV-Virusinfektionen (Condylome), chronische Reizzustände (Entzündungen) und  mangelnde Genitalhygiene (insbesondere bei der Vorhautverengung, der sogenannte Phimose).

Diagnostik

Die Tumoren zeigen sich am Penis als teils warzenförmige, teils ulzerierende Raumforderungen. Liegt eine Phimose vor kann sich aus der Öffnung der Vorhaut übelriechendes oder blutiges Sekret entleeren, sodass der V.a. Peniskarzinom mittels körperlicher Untersuchung gestellt wird. Besteht der Verdacht müssen die Leistenlymphknoten mit untersucht werden, gefolgt von der Sonographie des Bauch- und Beckenraums.

Weitere Untersuchungen können eine Computertomographie des Brust-, Bauch- und Beckenraums, eine Computertomographie in Verbindung mit einer nuklearmedizinischen Untersuchung, dem sogenannten PET-CT, oder eine Kernspintomographie sein, um die Ausbreitung des Tumors darzustellen.

Die Diagnose selbst wird histologisch durch Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Tumor gestellt.

Therapie

In Abhängigkeit von der lokalen Ausdehnung des Peniskarzinoms kann in frühen Stadien eine Laserung, eine lokale Exzision und eine Bestrahlung des Tumors erfolgen, bei ausgedehnteren Befunden wird eine Teilentfernung oder eine vollständige Entfernung des Penis notwendig.

Sind die Leistenlymphknoten beim Abtasten oder in der Bildgebung auffällig oder liegt ein fortgeschrittenes Peniskarzinom vor, sollten die Leistenlymphknoten in einem bestimmten Areal entfernt werden. Durch Einspritzen von radiaktiv markierten Substanzen in den Tumor wird versucht, das spezifische Lymphabflussgebiet des Peniskarzinom darzustellen, um so die  Lymphknotenentfernung weiter einzugrenzen. Damit sind die Komplikationsrate und die Aussagekraft dieses Eingriffs eventuell weiter zu verringern.

Sollten die Leistenlymphknoten vom Peniskarzinom befallen sein, muss eine Entfernung der Beckenlymphknoten erfolgen, um die Ausbreitung zum einen festzustellen, zum anderen um die Tumormasse bei evtl. noch befallenen Lymphknoten des Beckens zu verringern.

Bei metastasiertem Peniskrebs stehen noch die lokale Bestrahlung oder die Chemotherapie als therapeutische Optionen zu Verfügung.

Nachsorge

Das Peniskarzinom hat nur bei vollständiger chirurgischer Entfernung eine gute Prognose. Metastasierte Tumorstadien haben eine ungünstige Prognose.

Die Nachsorge erfolgt in den ersten 2 Jahren zumindest alle 3 Monate, um ein Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen, dann in den folgenden 3 Jahren in größeren Abständen, ab dem 5. Jahr nach Diagnosestellung sollte zumindest einmal im Jahr eine Nachsorgeuntersuchung erfolgen.

Wir bieten Ihnen

Die Betreuung der Patienten mit Penistumoren erfolgt in der Urologischen Klinik Reutlingen. Dort bieten wir Ihnen folgende Leistungen:

Diagnostik

  • Sonographie der Abdominal- und Genitalorgane
  • Computertomographie
  • Kernspintomographie
  • Skelettszintigraphie

Therapie

  • Laserung
  • Penisamputation, -teilamputation mit jeglicher Form der Urinableitung
  • Lymphknotendissektion im Becken laparoskopisch
  • Bestrahlung in Zusammenarbeit mit der Radioonkologie Tübingen
  • Chemotherapie

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